{"id":2156,"date":"2017-05-23T18:19:26","date_gmt":"2017-05-23T16:19:26","guid":{"rendered":"https:\/\/b17flyingfortress.de\/?post_type=b17database&#038;p=2156"},"modified":"2020-05-20T06:24:03","modified_gmt":"2020-05-20T04:24:03","slug":"42-29853","status":"publish","type":"b17database","link":"https:\/\/b17flyingfortress.de\/en\/b17\/42-29853\/","title":{"rendered":"42-29853"},"content":{"rendered":"\n<p><strong><em>Die Nutzung des folgenden Berichtes erfolgt mit freundliche Genehmigung der Arbeitsgemeinschaft Luftkriegsgeschichte Rhein\/Mosel e.V.<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Auf Spurensuche im Staatswald<\/h3>\n\n\n\n<p>Im M\u00e4rz 2002 ist F\u00f6rster Pilgram unterwegs in seinem Revier. Unweit der Ortschaft Felser muss ein junger Kiefernbestand zur Durchforstung vorbereitet werden. Dazu markiert der Revierbeamte die schlecht gewachsenen St\u00e4mme mit Spr\u00fchfarbe: Die nachfolgend eingesetzten Waldarbeiter werden die so bezeichneten Kiefern anschlie\u00dfend f\u00e4llen und zu verkaufsf\u00e4higen Holzsortimenten aufarbeiten. Auf diese Weise erhalten die gesunden B\u00e4ume mehr Kronenfreiheit und Wurzelraum und wachsen dann zu starken, wertvollen St\u00e4mmen heran. Auf dem leicht beschneiten Waldboden fallen dem F\u00f6rster immer wieder kleine, stark verbogene Aluminiumfetzen auf. Er informiert die Arbeitsgemeinschaft Luftkriegsgeschichte.<br>Diese nimmt die Flugzeug\u00fcberreste in Augenschein und stellt Nachforschungen an. Aufgrund des typischen gelblichen Farbanstriches, der auf den Innen-Schutzanstrich eines bei Boeing gebauten B-17-Bombers hindeutet, beginnen die Untersuchungen in amerikanischen Archiven.<br>Hier ist nun die Geschichte der Blechfetzen aus dem Staatswald bei Felser:<\/p>\n\n\n\n<p>August 1943: Im f\u00fcnften Sommer des Zweiten Weltkrieges ist die deutsche Wehrmacht auf dem R\u00fcckzug. Die Heimat wird nachts das Ziel britischer Bomber, die oft verheerende Sch\u00e4den verursachen. Tags\u00fcber fliegen Bomber der in England stationierten 8. US-Luftflotte nach Deutschland ein, um kriegswichtige Industriezentren zu vernichten. Am fr\u00fchen Morgen des 17.August 1943 stellt der deutsche Horchdienst auf den Basen der 8.USAAF ungew\u00f6hnlich starke Aktivit\u00e4ten fest, die auf einen bevorstehenden Gro\u00dfeinsatz schlie\u00dfen lassen. Vorsorglich werden die Geschwader der deutschen Jagdabwehr alarmiert. Einige Gruppen verlegen bereits jetzt n\u00e4her an die erwartete Einflugroute der Langstreckenbomber in den mitteldeutschen Raum.<br>Kurz nach 10.00 Uhr vormittags fliegt ein Bomberverband aus 146 Viermotorigen die Messerschmitt-Werke in Regensburg-Pr\u00fcfening an. Der Begleitschutz der Bomber mu\u00df kurz vor der deutsch-belgischen Grenze abdrehen, da der Treibstoff der \u201eThunderbolts\u201c und \u201eSpitfires\u201c zur Neige geht. Darauf haben die deutschen Jagdflugzeuge nur gewartet \u2013 Sie greifen unverz\u00fcglich an und bringen 14 Boeings zum Absturz. Eineinhalb Stunden dauert die Luftschlacht, ab 11.45 Uhr sind die Amerikaner \u00fcber ihrem Ziel, dann schwenken sie pl\u00f6tzlich nach S\u00fcden ab und fliegen \u00fcber Italien nach Nordafrika. Im S\u00fcden gelingt der Luftflotte 2 zwar der Abschuss von zehn weiteren Bombern.<br>Die deutsche Jagdabwehr ist jedoch von dem unverhofften Man\u00f6ver ebenso verbl\u00fcfft wie von der enormen Reichweite der sogenannten \u201eFliegenden Festungen\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Der H\u00f6hepunkt des Tages steht aber erst noch bevor: Am fr\u00fchen Nachmittag n\u00e4hert sich ein noch st\u00e4rkerer Verband viermotoriger Bomber, bestehend aus 229 Flugzeugen, der Scheldem\u00fcndung. Ziel des Angriffs ist diesmal die Kugellagerfertigung in Schweinfurt. Die deutschen Jagdflugzeuge, gerade erst gelandet und wieder betankt und aufmunitioniert, steigen erneut auf. Sie greifen den Jagdschutz der Bomber noch vor dessen Umkehr an und verwickeln die Feindflugzeuge in Luftk\u00e4mpfe. Viele andere deutsche Maschinen dringen bis zu den B-17 durch und greifen unabl\u00e4ssig an. Zum Einsatz kommen auch sogenannte \u201eWerfergranaten\u201c mit einem Kaliber von 21 cm. Diese Raketengeschosse h\u00e4ngen jeweils einzeln unter den beiden Tragfl\u00e4chen einer Bf 109 in einer simplen Rohrkonstruktion. Die Zielgenauigkeit der schweren Projektile ist m\u00e4\u00dfig, aber ein einziger Nahtreffer kann eine B-17 zum Absturz bringen. Nach diesem Auftakt haben die Amerikaner keinen ruhigen Moment mehr. Die Attacken dauern den ganzen Anflug \u00fcber bis zum Erreichen des Ziels an und gehen auch nach dem Abflug der Bomber zur\u00fcck nach England weiter. Mehr als 300 deutsche J\u00e4ger werden eingesetzt. Zusammen mit den Verlusten des Vormittags verliert die 8.USAAF 60 viermotorige Bomber. Dazu kommen noch rund hundert besch\u00e4digte Maschinen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eHigher, Stronger, Faster\u201c ist das Motto der 92nd Bomb Group, die nach ihrer Aufstellung im Januar 1942 zun\u00e4chst Anti-U-Boot-Patrouillen von Florida aus geflogen war. Inzwischen sind die B-17, aufgeteilt in vier Squadrons, in England stationiert. Vom St\u00fctzpunkt Podington hebt am fr\u00fchen Nachmittag des 17. August 1943 inmitten anderer Boeings auch die B-17F-75-BO mit der Seriennummer 42-29853 von der Rollbahn ab. Das Flugzeug ist, wie alle anderen auch, oberseits olivgr\u00fcn und auf der Unterseite hellgrau gestrichen. Ein wei\u00dfes Dreieck auf dem Leitwerk mit einem schwarzen B kennzeichnet die 92nd Group. Am Rumpf sind die Gro\u00dfbuchstaben UX als Code f\u00fcr die 327th Bomb Squadron aufgemalt (der individuelle Kennbuchstabe der Maschine wird an einer Stelle als S, an anderer als U angegeben). Auf dem Pilotensitz links im Cockpit sitzt 1st Lieutenant James D. Stewart. Neben ihm verfolgt der Co-Pilot F\/O Leonard E. Landers angespannt den Startvorgang. Als Navigator ist 2nd Lieutenant Frank A. Smith Junior an Bord. Sergeant Charles H. Henderson hat die Funktion des Bombensch\u00fctzen \u00fcbernommen. Im Drehturm auf dem Rumpfr\u00fccken bedient S\/Sgt Dan Carlisle das Zwillings- 12,7 mm-MG.<\/p>\n\n\n\n<p>Den kugelf\u00f6rmigen \u201eBall Turret\u201c unter dem Rumpf hat S\/Sgt John E. Wasche besetzt. Im hinteren Flugzeugrumpf stehen die Staff Sergeants Gerald L. Swanger (rechts) und Steve Solga (links) hinter ihren MG an den Seitenfenstern. Als Funker fliegt Technical Sergeant Elmer J. Collins mit und den engen Zwillingsstand ganz am hinteren Ende der B-17 hat Sergeant Charles E. Lewis \u00fcbernommen.<br>Unerm\u00fcdlich suchen die Sch\u00fctzen den Himmel nach Feindj\u00e4gern ab. Dreizehn MG im Kaliber 12,7 mm machen aus dem Bomber einen ernstzunehmenden Gegner. Dazu kommt, dass der enge Verbandsflug der \u201eFliegenden Festungen\u201c einen gegenseitigen Feuerschutz vieler Nachbarmaschinen m\u00f6glich macht.<br>Trotzdem: Beim Einflug auf Schweinfurt wird der Verband der 92nd Bomb Group kurz hinter der Reichsgrenze von deutschen Jagdflugzeugen angegriffen. Die 42-29853 wird gegen 14.45 Uhr durch den feindlichen Bordwaffenbeschuss so stark besch\u00e4digt, dass sich der Pilot zur Aufgabe der Maschine entschlie\u00dft.<br>Lieutenant Stewarts B-17 f\u00e4llt aus dem weiterfliegenden Verband zur\u00fcck. Zeugen aus den Nachbarflugzeugen geben an, den Bomber etwa \u201e50 Meilen s\u00fcd\u00f6stlich von Bonn\u201c zuletzt gesehen zu haben. In Wirklichkeit aber spielt sich dieser Luftkampf \u00fcber dem Schleidener Stadtgebiet ab. Ein Beobachter am Boden, der das damalige Geschehen als Junge aus der N\u00e4he seines Elternhauses verfolgt hat, erinnert sich: \u201eWir sahen, wie die deutschen kleinen J\u00e4ger die gro\u00dfen Bomber umkreisten, sich n\u00e4herten, schossen und wieder abflogen. Mehrere Bomber sah ich abst\u00fcrzen und es hingen auch wei\u00dfe Fallschirme in der Luft. Um uns herum war das Scheppern von herunterfallenden Patronenh\u00fclsen zu h\u00f6ren, wir nahmen diese t\u00f6dliche Gefahr aber gar nicht richtig wahr, so sehr faszinierte uns das Geschehen am Himmel. Ein Bomber kam tief herunter und flog dann Richtung Osten weg<br>Dabei streifte er die Baumkronen hoher Fichten.\u201c<br>F\u00fcr einen einzelnen, noch dazu besch\u00e4digten, Viermotorigen war der Tiefflug ein gro\u00dfes Risiko: Von \u00fcberall her konnten pl\u00f6tzlich feindliche Jagdflugzeuge auftauchen und das Feuer er\u00f6ffnen. S\/Sgt Carlisle gibt sp\u00e4ter an, dass alle Besatzungsmitglieder die B-17 etwa zur selben Zeit mit dem Fallschirm verlassen haben. Stewart, Landers, Smith, Henderson und Carlisle sprangen durch die vorn links unten am Bug gelegene T\u00fcr ab. Collins, Wasche und Solga benutzten die Rumpfseiten-Fenster, w\u00e4hrend Swanger und Lewis durch die enge Heckt\u00fcr rechts hinten unten ins Freie gelangten. Das Flugzeug soll nach der Aussage von S\/Sgt Carlisle sp\u00e4ter angeblich noch in der Luft explodiert sein. Demgegen\u00fcber steht der Bericht eines Mannes aus Wollenberg, der den Absturz miterlebt hatte: \u201eIn einer Kurve recht niedrig \u00fcber Wollenberg kam der Bomber herangeflogen. Die Besatzung war schon abgesprungen. Das Flugzeug krachte in den Wald bei Felser und wurde dabei total zerst\u00f6rt. Ich musste damals als Junge die Tr\u00fcmmer bis zu deren Abtransport bewachen\u2026\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die Absturzstelle ger\u00e4t sp\u00e4ter wieder weitgehend in Vergessenheit. Nur Wenige kennen heute noch den genauen Ort des Aufschlages. Die verbrannten und verw\u00fcsteten Partien des Waldes werden wieder aufgeforstet. Nur noch wenige kleine Fragmente der B-17 sind zu finden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die zehnk\u00f6pfige Besatzung ist damals in Gefangenschaft geraten. Insofern haben sich keinerlei Vermerke in den \u00f6rtlichen Friedhofsakten erhalten k\u00f6nnen, die einer heutigen Nachforschung nach der Identit\u00e4t des Bombers dienen k\u00f6nnten. Allerdings nennt eine Tagebuchaufzeichnung eines Ortsans\u00e4ssigen ganz konkret den 17. August 1943 als das Absturzdatum der Maschine. Im Verlauf des Angriffes gingen jedoch 60 B-17 verloren, bei vielen davon konnte sich die gesamte Crew retten. Und die amerikanischen Angaben hinsichtlich des jeweiligen Absturzortes sind, bedingt durch die v\u00f6llige Ortsunkenntnis der Besatzung, zumeist nicht verwertbar. Nur in den F\u00e4llen, wo den amerikanischen Archivunterlagen nach dem Krieg die zugeh\u00f6rigen deutschen Dokumente (z.B. die Meldung \u00fcber die Gefangennahme feindlicher Flieger oder der Bericht \u00fcber das Auffinden eines Flugzeugwracks) beigeheftet worden sind, kann der Absturzort normalerweise genau festgestellt werden. Gerade diese Erg\u00e4nzungen sind aber bei Maschinen, bei denen die gesamte Crew \u00fcberlebt hat, oft unterblieben \u2013 Dringlicher war damals die Recherche nach den Grablagen von Gefallenen oder die Suche nach Vermissten. Somit standen die Chancen f\u00fcr eine Identifizierung der bei Felser abgest\u00fcrzten B-17 nicht zum Besten. Immerhin war sogar ein altes Photo aufgetaucht, das ein am Waldrand gelegenes ausgedehntes Tr\u00fcmmerfeld zeigt.<br>Leider sind darauf keinerlei Seriennummern oder Codebuchstaben sichtbar.<br>Den Durchbruch brachte schlie\u00dflich ein Motortypenschild, welches schon Jahre fr\u00fcher von einem Spazierg\u00e4nger im Wald aufgefunden und verwahrt worden war: Die US-Verlustakten listen f\u00fcr jedes verlorene Flugzeug auch s\u00e4mtliche Waffennummern und Motornummern auf. Bei einer B-17F mit vier Sternmotoren vom Typ R-1820-97 besteht also eine vierfache M\u00f6glichkeit, das Flugzeug auf diese Weise zweifelsfrei identifizieren zu k\u00f6nnen. Nun mussten lediglich s\u00e4mtliche B-17-Verlustmeldungen des 17.08.1943 mit zehn \u00fcberlebenden Besatzungsmitgliedern auf die erhaltene Nummer 43-81056 hin \u00fcberpr\u00fcft werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese auf der gefundenen Metallplakette eingestanzte Nummer lie\u00df sich schlie\u00dflich der B-17 des 1st Lt. James D. Stewart zuordnen (wahrscheinlich geh\u00f6rte sie zum Backbord-Innenmotor des Flugzeuges).<\/p>\n\n\n\n<p>Wer aber hatte die B-17 von Felser nun an jenem Tag abgeschossen? Die Meldungen der deutschen Jagdgeschwader 1 und 11 belegen Luftk\u00e4mpfe \u00fcber dem hiesigen Raum zur fraglichen Zeit. Die detailliert erhalten gebliebenen Abschussmeldungen passen jedoch nicht direkt auf Lieutenant Stewart\u00b4s Maschine. Etwa zur selben Zeit wie die Jagdgruppen der JG 1 und 11 greift auch das JG 26 die Bomber an. Der Gruppenkommandeur der III.Gruppe, Hauptmann Mietusch, meldet \u201es\u00fcd\u00f6stlich von Schleiden in der Eifel\u201c eine B-17 als abgeschossen.<br>Er fliegt eine Messerschmitt Bf 109G &#8211; der Bomber ist sein 46.Abschuss (kurz darauf gelingt ihm der Abschuss einer weiteren B-17 s\u00fcdlich des Laacher Sees). Zwar deckt sich die von Mietusch angegebene Zeit (15.20 Uhr) nicht ganz mit den amerikanischen Angaben (14.45 Uhr). Solche Ungenauigkeiten sind aber, da die Meldungen ja stets erst Stunden nach den tats\u00e4chlichen Ereignissen zu Papier gebracht werden k\u00f6nnen, h\u00e4ufig, und es ist deshalb sehr wahrscheinlich, dass der Abschuss tats\u00e4chlich von Hauptmann Mietusch erzielt worden ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Arbeitsgemeinschaft Luftkriegsgeschichte bittet daraufhin Mitarbeiter in den USA, nach heute noch lebenden Besatzungsangeh\u00f6rigen dieser Boeing zu suchen. Tats\u00e4chlich erbringen die amerikaweiten Recherchen die Adresse des fr\u00fcheren Sergeant Charles H. Henderson in Oregon. Henderson war an jenem Tage als Bombensch\u00fctze der Maschine eingesetzt. \u201eF\u00fcr gew\u00f6hnlich war ein Offizier mit dieser Aufgabe betraut, aber bei dieser Mission ging es um die Erprobung eines neuen Zielger\u00e4tes, an dessen Entwicklung ich beteiligt war\u201c, erinnert sich Henderson, dem dieser letzte Flug am 17.08.1943 gut in Erinnerung geblieben ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Klaus Mietusch wurde als Major und Kommandeur der III.\/JG 26 genau ein Jahr und einen Monat sp\u00e4ter von amerikanischen \u201eMustangs\u201c t\u00f6dlich abgeschossen. Am 17.09.1944 nachmittags zerschellte er mit seiner Bf 109 \u201eschwarze 25\u201c bei Rath-Aldekerk. Er geh\u00f6rte dem Geschwader bereits seit 1938 an und galt mit einem Lebensalter von 25 Jahren als Veteran. Mietusch absolvierte 452 Feindfl\u00fcge (zum Vergleich: US-Besatzungen wurden nach 25 Einsatzfl\u00fcgen in die Heimat zur\u00fcckgeschickt\u2026) und erzielte 75 Luftsiege (den letzten, eine \u201eMustang\u201c, noch an seinem Todestag). Er wurde im Verlauf des Krieges zehnmal abgeschossen und viermal verwundet. Zwei Monate nach seinem Tod ist Major Mietusch posthum mit dem Eichenlaub zum Ritterkreuz ausgezeichnet worden\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Analysiert man den amerikanischen Originalverlustbericht der B-17 von Felser, so f\u00e4llt die ungew\u00f6hnlich hohe Anzahl von eingebauten Maschinengewehren auf. Dreizehn Waffen im Kaliber 12,7 mm werden aufgef\u00fchrt. Zwillings-MG befanden sich an den \u00fcblichen Positionen im Heckstand, dem Kugelturm unter dem Rumpf und dem Rumpfr\u00fcckenturm. Die Seitenfenster hinten waren mit je einem MG nach links und rechts best\u00fcckt. F\u00fcr das Abteil des Funkers war bei der F-Variante urspr\u00fcnglich eigentlich ein nach oben hinten gerichtetes cal. 30-MG vorgesehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Tats\u00e4chlich wurde diese leichtere Waffe aber im Einsatz durch das \u00fcberschwere Standard-MG ersetzt. In den seitlichen Bugfenstern waren ebenfalls links und rechts MG eingebaut. Insofern k\u00f6nnen sich die verbleibenden zwei MG nur in der Plexiglasnase des Bugs befunden haben. Dies ist ungew\u00f6hnlich, da die Photos von Standard-B-17F aus diesem Zeitraum normalerweise nur ein, bisweilen gar kein, MG in dieser Position erkennen lassen. Deutsche Jagdflieger hatten im Fehlen einer ausreichenden, nach vorn gerichteten Bewaffnung eine Schw\u00e4che der B-17 bemerkt und griffen daher oft frontal von vorn an. Auf amerikanischer Seite reifte ein Plan, den Bomberverb\u00e4nden daraufhin speziell umger\u00fcstete und mit zus\u00e4tzlichen MG ausger\u00fcstete B-17 als \u201eBegleitbomber\u201c beizugeben. Im Fr\u00fchjahr 1943 r\u00fcstete man eine Reihe von B-17F in die stark bewaffnete Variante YB-40 (\u201eFighter Fortress\u201c) um. Diese Maschinen waren z.B. mit einem Zwillings-MG-Turm unter dem Bug (\u201eKinnturm\u201c) versehen. Die feldm\u00e4\u00dfigen Umbauten erfolgten bei der 327th Bomb Squadron der 92nd Bomb Group, also genau der Einheit, der auch die bei Felser abgest\u00fcrzte B-17 angeh\u00f6rte. Bereits nach wenigen Einsatzfl\u00fcgen gab man das Projekt wieder auf: Die verst\u00e4rkten B-17 hatten durch das zus\u00e4tzliche Gewicht an Waffen und Panzerung Schwierigkeiten, mit dem Bomberverband mithalten zu k\u00f6nnen. Immerhin \u00fcbernahm man f\u00fcr die Serienfertigung der n\u00e4chsten Variante, der B-17G, einen Teil der erprobten Verbesserungen, so insbesondere den \u201eKinnturm\u201c vorn am Bug. Ob Lieutenant Stewart\u00b4s Maschine bereits mit einem solchen Turm (als feldwerftseitig montiertem \u00dcberbleibsel des YB-40-Projektes) ausgestattet war oder ob man, gem\u00e4\u00df der bei speziell dieser Squadron gemachten Erfahrungen bei der Verbesserung der Abwehr nach vorn, lediglich zwei einzeln lafettierte Maschinengewehre in der Plexiglasnase montiert hatte, wird sich vermutlich nicht mehr kl\u00e4ren lassen.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Quelle: Arbeitsgemeinschaft Luftkriegsgeschichte Rhein\/Mosel e.V.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Delivered Denver 26\/2\/43; Gore 9\/3\/43; Duncan 31\/3\/43; Assigned 412BS\/95BG [QW-P] Framlingham 13\/6\/43; 1m, transferred 407\/327BS\/92BG [UX-S\/U] Alconbury 17\/6\/43; in a slight mid-air collision with 42-3184 (92) on 21\/7\/43 with Tom Hullings; Missing in Action Schweinfurt 17\/8\/43 with Jim Stewart, Co-pilot: Leon Landers, Navigator: Frank Smith, Bombardier: Chas Henderson, Flight engineer\/top turret gunner: Dan Carlisle, Radio Operator: Elmer Collins, Ball turret gunner: John Wasche, Waist gunner: Steve Solga, Waist gunner: Gerry Swanger,Tail gunner: Chas Lewis (10 Prisoner of War); enemy aircraft, crashed Eifel, near Bonn, Ger. 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