Messerschmitt Me 163 // Wikipedia Commons [Public Domain]

Messerschmitt Me 163 // Wikipedia Commons [Public Domain]

„Wolfgang Späte, ein guter Freund, flog die Me 163. Ich hörte, das Problem war, dass das Ding explodierte, wenn beide Treibstoffe zusammenkamen. Deswegen hatten sie hohe Verluste. Es konnte nur als, wie wir es nannten „Objektjäger“ gebraucht werden. Sie konnten es erst aufsteigen lassen, wenn sie die Bomber bereits gesichtet hatten, und dann flog sie sehr schnell hoch. Die Haupttaktik, soweit sie mir bekannt ist, bestand darin, von oben anzugreifen, ohne Treibstoff, wenn möglich. Ich kenne keinen, der sie gerne geflogen hat, da sie ein verdammt gefährliches Ding zum Fliegen war. Ich würde sagen, es war eine verrückte Idee – das ist meine Meinung. Wenn du einen Jäger hast und zuerst den Treibstoff verbrauchen musst, dann angreifen und dann eine Segelfluglandung absolvieren musst, das scheint mir nicht besonders sinnvoll“
Luftwaffengeneral Walter Krupinski

Das wohl radikalste Flugzeug, das im zweiten Weltkrieg zum Einsatz kam. Die Me 163 verband innovative Bauart mit einem futuristischen Triebwerk und wurde so eine revolutionäre neue Art Kurzstrecken – Abfangjäger.

Die raketengetriebene Komet hatte einen kurzen Rumpf und ein Heck ohne horizontales Leitwerk. Nach dem Start wurde das Fahrwerk, das auf einer Art Schiene befestigt war, in einer Höhe von 7m bis 10m abgeworfen. Einmal in der Luft, stieg die Komet sehr steil noch oben, um feindliche Flugzeuge abzufangen. Die Me 163 konnte sehr steil steigen, aber da nur Treibstoff für acht Minuten vorhanden war, konnte sie nur einige Anflüge auf feindliche Flugzeuge wagen. Die hohe Geschwindigkeit der Me 163 war oft ein Nachteil für die Luftwaffenpiloten, die versuchten Treffer auf amerikanische Bomber zu landen, da sie nur etwa drei Sekunden Zeit hatten, mit der langsam feuernden Kanone zu schießen.

Die Me 163 entstand aus einem Entwurf für ein Segelflugzeug und flog sich hervorragend als Gleiter, nachdem der Treibstoff aufgebraucht war. Allerdings war sie dann auch am verwundbarsten gegen alliierter Jäger. Die Komet landete auf ausfahrbaren Landekufen, die mit Stoßdämpfern versehen waren.

Der Hauptnachteil bestand in der Flüchtigkeit der beiden Raketentreibstoffe „T-Stoff“ (Wasserstoffperoxyd und Wasser) und „C-Stoff“ (Hydrazinnhydrat, Methylalkohol und Wasser). Diese zwei Treibstoffe reagieren bei Mischung sehr heftig, und wenn eine Komet bei der Landung noch verbleibende Mengen dieser Stoffe in den Tanks hatte, explodierte sie oft, wenn die Landung zu heftig ausfiel. Ein anderer Nachteil waren die Landekufen, die die Landung extrem hart gestalteten, so dass sich einige Piloten das Rückgrat brachen. Ein Pilot musste schon sehr bewandert in präzisen Hochgeschwindigkeitslandungen sein, denn wenn er über die Landebahn hinausschoss und auf unebenem Boden landete, überschlug sich die Me 163 und explodierte. Viele Piloten starben bei Testflügen der Me 163, und obwohl sie ab und an erfolgreich im Abschuss alliierter Flugzeuge war, wurde dies doch sehr durch ihre hohe Geschwindigkeit erschwert.

Technische Daten Me 163

Typ:
Einsitziger Abfangjäger

Triebwerk:
Ein Raketenmotor Walter HWK 509A-2 mit 1700 kg Schub

Leistung:
Höchstgeschwindigkeit 960 km/h in 10.000 m Höhe; Dienstgipfelhöhe 12.100 m; Zeit für angetriebenen Flug sieben Minuten, 30 Sekunden

Gewicht:
Leermasse 1905 kg; max. Startmasse 4110 kg

Abmessungen:
Spannweite 9,32 m; Länge 5,84 m; Höhe 2,77 m; Tragflügelfläche 18,50 m²

Bewaffnung:
zwei 30 mm Maschinenkanonen in den Flächenansätzen

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