„Nur der Angriffsgeist, geboren in einem tapferen Herzen, wird einem Jagdflugzeug Erfolg bringen, gleichgültig wie hoch entwickelt es sein mag.“
Luftwaffengeneral Adolf Galland

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Die Aufgabe der Geleitschutzstaffeln bestand darin, schweren Bombern auf dem Flug zum Zielgebiet und zurück maximalen Schutz zu bieten. Das bedeutete, dass die Flugzeuge die Bombereinheiten so lange wie möglich begleiten mussten.

Jede Fliegerstaffel bestand aus drei oder vier V-Formationen, die nach unten gestaffelt hinter dem führenden Schwarm flogen. Auf diese Weise konnte jede Einheit den leitenden Schwarm im Auge behalten. Die Schwärme flogen in Abständen von 150 Fuß, wobei die einzelnen Flugzeuge einer Staffel untereinander einen Abstand von 40 Fuß beibehielten.

Sobald die Flugzeuge sich formiert hatten, schalteten die P-38 Lightning und die P-47 Thunderbolts sofort ihre Langstrecken-Abwurftanks ein, während die P-51 Mustang zur Erhaltung des Gleichgewichts ungefähr 30 Gallonen (1 Gallone=4,54609 qdm) ihrer Haupttanks verbrauchen musste, bevor sie auf die Abwurftanks der Tragflächen umschalten konnte.

Auf dem Weg zum Ziel mussten unnötige Kampfeinsätze unter allen Umständen vermieden werden, da die Langstrecken-Abwurftanks im Fall eines Kampfes abgeworfen und die Bomberflotte anschließend zurückgelassen werden musste.

Sobald die Geleitflieger auf die Bomber trafen, wurde jeder Geschwadergruppe ein Jagdgeschwader zugeteilt, das aus jeweils drei Staffeln bestand. Eine Staffel teilte sich auf und nahm die Positionen vor und über den Bombern ein, eine andere Staffel teilte sich ebenfalls auf und nahm die Positionen über und ungefähr eine Meile entfernt zu beiden Seiten der Formation ein. Die letzte Staffel flog 4000 Fuß direkt über den Bombern und zehn Meilen in Richtung Sonne voraus, da man davon ausging, dass die normale feindliche Fliegerstrategie darin bestand, aus dem grellen Sonnenlicht auf die Flotte herabzustoßen.

Bomber-Geleitschutz // Wikipedia Commons [Public Domain]

Bomber-Geleitschutz // Wikipedia Commons [Public Domain]

„Was mich jedesmal erschreckte, so dass mir die Haare zu Berge standen, war wenn unsere Jägereskorte hin- und her- und hoch- und runterflog und auf einmal die Tanks abwarf und in irgendeine Richtung flog. Dann wusste ich, dass deutsche Jäger in der Nähe waren.“
Robert Davila, Pilot der USAAF

Während die Piloten fortwährend den Himmel nach feindlichen Flugzeugen absuchten, flogen sie über der Bomberkette Schleifen oder umkreisten die Formation, um die langsameren Bomber im Auge zu behalten. Obwohl die Cockpits mit Spiegeln ausgestattet waren, wurden gute Piloten „Swivel Heads“ (Drehköpfe) genannt, da sie sich ständig nach allen Seiten umschauen mussten.

Die Piloten der Begleitflieger konnten mit den Bombern kommunizieren und sich gegenseitig vor Angriffen warnen oder auf den Hilferuf eines Bombers reagieren.

Bis 1944 bestand das Hauptziel des Fliegergeleitschutzes darin, bei den Bombern zu verweilen, doch als die Luftwaffe nach Januar 1944 immer schwächer wurde, durften die Begleitflieger sich bei der Verfolgung feindlicher Flugzeuge weiter von den Bombern entfernen.

Die wesentlichen Kampftaktiken der Flieger beider Seiten bestand darin, aus dem grellen Licht der Sonne auf den überraschten Feind herabzustoßen, eine scharfe Wende zu fliegen, um hinter ihn zu gelangen, dann abzudrehen und in einen Sturzflug überzugehen, um einer gefährlichen Situation zu entgehen.

Doch waren diese Taktiken von der Leistungsfähigkeit der einzelnen Flugzeuge abhängig.