Messerschmitt Me 262 // Wikipedia Commons [Public Domain]

Messerschmitt Me 262 // Wikipedia Commons [Public Domain]

„Wir hörten zum ersten Mal im Oktober ’44 von der Me 262. Sie sagten, dass es ein Düsenjäger sei und der schnellste weit und breit. Wir hatten keine Angst davor, zu sterben, wenn wir sie sehen würden. Zu dieser Zeit wussten wir, dass wir den Krieg bereits gewonnen hatten und dass die Piloten, die uns da entgegenkamen, Kinder waren, mit der Ausnahme des Geschwaders, das von Galland geleitet wurde, der alle Fliegerasse an der Westfront hatte. Und als ich dann zum ersten Mal die Me 262 sah, konnte ich es einfach nicht glauben, ich konnte mir nicht vorstellen, was zur Hölle das war! Ich sah die 262er nur als Schemen, bis wir letztendlich nahe an sie herankamen und ich sie als Jets erkannte. Wir hatten nie irgendwelche Anweisungen bekommen, wie wir mit der 262 verfahren sollten, außer „Passt auf diese Dinger auf!“ Hätten die Deutschen darauf gehört, was Galland immer wieder gepredigt hatte, nämlich die 262 als Defensivwaffe anstatt als Offensivwaffe einzusetzen, bevor die massiven Bombenangriffe begannen, ihre Anlagen, ihr öl und ihr Benzin auszuschalten, dann hätten wir zwar immer noch den Krieg gewonnen, aber es wäre eine schlimme Zeit für uns gewesen.“
USAAF Captain James Finnegan

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Als erstes im Kampf gegen andere Maschinen eingesetztes Düsenstrahlflugzeug der Welt war die Me 262 das wohl bekannteste Flugzeug im zweiten Weltkrieg.

Mit ihren revolutionären gepfeilten Flügeln war die Me 262 viel schneller als jedes Flugzeug, das die Alliierten entgegenzusetzen hatten. Die Me 262, obwohl nicht manövrierfähig wie Kolbenmotor – Flugzeuge, machte diesen Nachteil mit überlegener Geschwindigkeit wett, sie konnte durch feindliche Formationen schneller als jedes verfolgende Flugzeug fliegen. Diese Geschwindigkeit konnte auch in engen Kurven für längere Zeit gehalten werden, was die Kolbenmotor – Flugzeuge nicht konnten.

Aber als sie 1944 das erste Mal zum Einsatz kam, wurde die Me 262 behindert durch das Fehlen von ausgebildeten Piloten, Treibstoffverknappung, alliierte Angriffe auf Flugplätze und den allgemeinen Verfall des Dritten Reiches. Trotz dieser großen Handicaps dominierte die Me 262 über alle anderen Flugzeuge in einer Zeit, als alliierte Flugzeuge den Himmel über Deutschland beherrschten, und läutete somit ein neues Zeitalter der Luftfahrt ein. Während bürokratisches Gerangel in den höchsten Kreisen die Me 262 zu einem frühen Zeitpunkt davon abhielt eingesetzt zu werden, so war es auch die übereilte Entwicklung des Triebwerks, an der das Düsenstrahlflugzeug litt. Die Entwicklung der Jumo – Motoren werden zu Anfang eingefroren, deshalb benötigten sie später konstante Wartungsarbeiten.

Der erste Prototyp, mit einem in der Front eingebautem Kolbenmotor, flog bereits sechs Monate, bevor die Jet – Triebwerke fertig waren. Die erste düsenstrahlgetriebene Me 262 machte ihren Jungfernflug am 18. Juli 1942, aber die Produktion wurde verschoben, bis Adolf Galland neun Monate später eine weitere Me 262 flog. Die frühen Prototypen waren mit einem Heck-Spornrad ausgestattet, was bedeutete, dass der Pilot, während er die Startbahn entlang rollte, leicht auf die Bremsen tippen musste, um das Heck hochzubringen, um zu starten. Spätere Prototypen waren mit einem dreibeinigen Fahrgestell ausgestattet, das jedoch, wie andere Messerschmitt Fahrwerke auch, immer nahe am Kollaps war.

Als Jäger stellte sich die Me 262 als überlegen im Flug dar und brillierte in der Rolle des Abfangjägers. Die Produktion wurde jedoch abermals aufgehalten, als Me 262 Jäger auf Hitlers Verfügung hin in „Sturmvögel“ – Bomber umgewandelt wurden. Die Me 262 Jagdeinheit war bis Oktober 1944 nicht einsatzbereit. Aber bis zum Ende des Krieges, sechs Monate später, erwies sich die Me 262 als ausgezeichnet im Kampf, sie war einfach zu schnell für die alliierten Flugzeuge und Bordschützen. Die hohe Geschwindigkeit stellte sich jedoch manchmal als Nachteil für die Piloten heraus, die Schwierigkeiten hatten, bei den hohen Geschwindigkeiten das Ziel zu treffen, so dass die Me 262 manchmal abgeschossen wurde, wenn sie zum Angriff die Geschwindigkeit verringerte. Meistens fanden die Abschüsse statt, wenn der Pilot zur Landung abbremsen musste.

Technische Daten Me 262A-1a

Typ:
Einsitziger Abfangjäger

Triebwerk:
zwei Strahlturbinen Junkers Jumo 004B-1/-2/-3 je 900 kg Schub

Leistung:
Höchstgeschwindigkeit 870 km/h in 6000 m Höhe; Dienstgipfelhöhe 11.450 m; Reichweite mit Interntreibstoff 1050 km

Gewicht:
Leermasse 3800 kg; max. Startmasse 6400 kg

Abmessungen:
Spannweite 12,48 m; Länge 10,60 m; Höhe 3,84 m; Tragflügelfläche 21,70 m²

Bewaffnung:
vier 30 mm Maschinenkanonen MK 108 im Bug