Flieger aller Nationen gaben ihren Flugzeugen oft Namen ihrer Freundinnen. Doch kaum eine der Angebeteten wurde so berühmt wie Miss Margaret Polk, die Schöne aus Memphis, nach der Captain Robert Morgan seine B-17 Memphis Belle genannt hat. In einem Film über sie und ihre Crew fliegen auch die alten Mühlen wieder.

Die Berühmtheit der B-17F Memphis Belle liegt in der Tatsache begründet, dass sie die erste Flying Fortress der US 8th Air Force war, die ihren 25. Einsatz über dem besetzten Europa ohne Verluste beenden konnte. Die Besatzung flog danach in die Vereinigten Staaten zurück und warb dort mit ihrer legendären DF-A Ser.Nr. #41-24485, für die Zeichnung von Kriegsanleihen und stärkte die Moral der Amerikaner. Der letzte Einsatz, (der 25ste) der Memphis Belle ist das Thema des Films. Das Ziel an diesem 17.Mai 1943 hieß Lorient, in Frankreich. Im Film ist es allerdings Bremen, Ziel: Focke-Wulf Flugzeugwerke.

Minutiös und detailgetreu erleben wir die Startvorbereitung mit, lebensecht gefilmt. Wir lernen die B-17 so genau kennen wie wir sie wohl noch nie gesehen haben, spüren fast die körperliche Enge für den Bordschützen des Kugelturms unter dem Rumpf oder die Kälte in der Maschine, die durch die offenen Seitenfenster in alle Ecken zog. Das Anziehen der Flak-Westen, das Aufziehen der Stahlhelme im Moment des überflugs besetzter deutscher Gebiete, die Mühe mit den Atemmasken und den Fallschirmen, die Spannung, als die ersten Flakgranaten explodierten oder die ersten Abfangjäger auftauchten – in jedem dieser Vorgänge wird man unmerklich mit eingebunden.

So packend wie die letzten Stunden an Bord der Memphis Belle eingefangen werden, so dürftig zeigt dieser Film die Einsätze der Begleit- und Abfangjäger. Dabei war es gelungen, 5 von noch etwa 100 noch fliegenden Mustangs nach England zu bringen, wo der Film gedreht wurde. Geflogen von ihren Eigentümern, für die das Ganze ein Riesenspaß war. Sie stellten die Begleitjäger dar, alle prächtig neu bemalt, die den angreifenden Messerschmitts Paroli bieten sollten.

Drei spanische Nachbauten der Me 109, alle durch den eingebauten Rolls-Royce-Motor leidern nicht mehr so originalgetreu aussehend, konnten ebenfalls aufgetrieben werden. Auch sie wurden neu bemalt – teils mit Ritterkreuz und Abschussbilanz am Leitwerk – doch von alledem ist in dem Film kaum was zu sehen.

Von den 5 Flying Fortresses, bis auf eine alles G-Versionen, die auf F-Versionen ohne den Kinnturm getrimmt wurden, kamen die Mother and Country und die Baby Ruth aus Frankreich, die Winty City aus England und die C Cup sowie die Memphis Belle aus den USA.

Die Luftaufnahmen wurden schon Wochen bevor die Dreharbeiten mit den Schauspielern begannen, unter Dach und Fach gebracht. Teilweise waren einschließlich der Kameraflugzeuge 17 Maschinen in der Luft. Sie flogen nach einer genau durchdachten Choreographie, sodass die einzelnen Szenen später mühelos in die passenden Filmsequenzen eingebaut werden konnten. Die Abschussszenen, oder solche von explodierenden Maschinen, wurden mit ferngesteuerten Modellen großen Maßstabs gemacht.

Fast schwieriger als die Beschaffung von Originalmaschinen war die Suche nach einem geeigneten Flugplatz. Nachdem die Produzentin Catherine Wyler, Tochter des berühmten Hollywood Regisseurs William Wyler, der während des Krieges als Dokumentarfilmer mehrmals Einsätze mit der Memphis Belle flog und der für die Ausstattung zuständige Produktions-Designer Stuart Craig Dutzende von Flugplätzen in den USA besucht hatten, gaben sie auf. Kein Platz hatte die richtige Mischung aus typisch englischer Landschaft und den darin eingebetteten Flugplätzen, mit ihren unverkennbaren Hallen- und Kontrolltürmen. Dies alles fanden sie dann jedoch in England, auf dem von der RAF verlassenen Flugplatz Binbrook.

Der erfüllte sogar eine weitere Forderung, die für die Luftaufnahmen von großer Bedeutung war: Er bot ausreichend Luftraum, der frei war von jeglichem anderen Luftverkehr.

Die 3 Me 109, spanische Nachbauten kamen aus Europa. Von den 5 eingesetzten P-51D Mustang kamen drei aus England und 2 aus den USA.

Leider gab es bei den Dreharbeiten auch einen Unfall, der die Totalzerstörung der B-17G Baby Ruth zur Folge hatte. Am 25. Juli 1989 brach die Maschine beim Start in Binbrook aus und verbrannte. Alle Besatzungsmitglieder konnten dem Inferno glücklicherweise entkommen.

Acht ehemalige Besatzungsmitglieder der echten Memphis Belle folgten übrigens gern die Einladung der Filmgesellschaft, die die Veteranen nach England flog und mit ihnen für Publicity sorgte. Unter ihnen auch der ehemalige Pilot der Memphis Belle, Robert Morgan, heute 83 jähriger, pensionierter Colonel, der in Binbrook noch einmal das Kommando über eine B-17 übernehmen durfte. Die Innenaufnahmen wurden übrigens in einer B-17 Rumpfattrappe gemacht, die in den berühmten Pinewood Studios gebaut und aufgestellt wurde.

Trailer (englisch)

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