Die YB-40 Flying Fortress war eine Modifikation der B-17 Flying Fortress, das während des Zweiten Weltkriegs als schwer bewaffnetes „Gunship“ eingesetzt wurde, um in der Bomberformation die Bomber von England zu ihren Einsätzen im besetzten Europa und zurück zu begleiten. Weil zum Zeitpunkt seiner Entwicklung die Langstreckenjäger wie die North American P-51 Mustang gerade in Serienproduktion und somit noch nicht verfügbar waren.

- Werbung/Advertisement -

Design und Entwicklung

Die Arbeiten am Prototyp, Projekt V-139, begannen im September 1942 mit der Umrüstung der zweiten gebauten B-17F-1-BO (Seriennummer 41-24341). Die Umbauarbeiten wurden von Lockheed’s Vega Company durchgeführt.

Das Flugzeug unterschied sich von der Standard-B-17 dadurch, dass ein zweiter bemannter Rückenturm im ehemaligen Funkraum, direkt hinter dem Bombenschacht und vor der Position des Kugelturms installiert wurde. Das einzelne .50-Kaliber (12,7 mm) Browning-Maschinengewehr an jedem Rumpfstand wurde durch Zwillings-MGs ersetzt, diese haben eine große Ähnlichkeit wie die MGs des Heckschützen. Die Ausrüstung des Bombenschützen wurde ebenfalls durch zwei Kaliber .50 Browning M2-Maschinengewehre in einem ferngesteuerten, von Bendix entworfenen „Kinnturm“ außen direkt unter der Position des Bombenschützen im Bug ersetzt.

Die vorhandenen Maschinengewehre an den Seiten des vorderen Rumpfes im Bug, die zunächst entfernt wurden, wurden in England installiert. Somit kommt die XB-40 auf insgesamt 16 Geschütze. Der Bombenschacht wurde zu einem Munitionslager umgebaut. Zum Schutz der Besatzung wurde eine zusätzliche Panzerung angebracht.

Das Bruttogewicht des Flugzeugs war rund 1.800 kg (4.000 lb) höher als bei einer voll bewaffneten B-17. Ein Indiz für die Belastung der YB-40 ist, dass die B-17F, auf der sie basiert, in 25 Minuten auf 20.000 ft (6096 m) steigen sollte, während die YB-40 dafür 48 Minuten benötigt. Ein Grund der verminderten Leistung war auf die Gewichtszunahme zurückzuführen, ein anderer Grund war den größere Luftwiderstand der Geschützstationen.

Der Erstflug der XB-40 fand am 10. November 1942 statt. Die erste Bestellung von 13 YB-40 Maschinen wurde im Oktober 1942 getätigt. Ein Folgeauftrag über 12 weitere wurde im Januar 1943 erteilt. Die Modifikationen wurden von Douglas Aircraft in ihrem Standort in Tulsa, Oklahoma, durchgeführt und die ersten Flugzeuge wurden bis Ende März 1943 fertiggestellt. Zwanzig Testflugzeuge wurden bestellt (Vega Project V-140), als YB-40 zusammen mit vier Trainingsmaschinen, die TB-40 genannt wurden.

Weil Vega Aufträge mit höherer Priorität hatte, wurde der Fertigungsauftrag YB-40/TB-40 an Douglas übertragen.

Da Vega Produktionsprojekte mit höherer Priorität hatte, wurde der Montageauftrag YB-40/TB-40 an Douglas übertragen. Es wurden verschiedene Waffenkonfigurationen erprobt. Einige YB-40 Maschinen wurden mit Vier Maschinengewehre im Kinnturm und im Heckstand ausgestattet. Einige trugen Maschinengewehre und -Kanonen von bis zu 40 mm im Kaliber, einige wenige Maschinen bis zu 30 Maschinengewehre und -Kanonen verschiedener Kaliber in mehreren Positionen im Rumpf, sowie in zusätzlichen elektrisch betriebenen Türme über und unter dem Rumpf.

Äußerlich hatte die XB-40 die symmetrischen Rumpfstände der Standard B-17F und einen zweiten Geschützturm auf dem Rumpfrücken integriert. Im Gegensatz dazu hatten die meisten YB-40 Maschinen versetzt Rumpfstände, um die Bewegungsfreiheit der beiden Rumpfschützen zu verbessern. Der Hintere Geschützturm im Funkraum wurde leicht nach hinten verschoben, so dass dieser frei von der Rumpfverkleidung stand und größeres Schussfeld hat.

YB-40

YB-40

Einsatzgeschichte

Die Mission der YB-40 bestand darin, eine schwer bewaffnete Eskorte bereitzustellen, die in der Lage ist, Bomber bis zum Ziel und zurück zu begleiten. Von der ursprünglichen Bestellung von 13 Maschinen, ging einer (42-5732) auf dem Überführungsflug von Island nach Großbritannien am 7. Mai 1943 verloren. Die #42-5732 landete zwangsweise in einem Torfmoor auf der schottischen Insel Isle of Lewis, nachdem der Treibstoff ausgegangen war. Obwohl die Maschinen nach Stornoway gebracht und repariert wurde, flog sie nie im Kampfeinsatz. Die restlichen 12 YB-40 wurden der 92. Bombergruppe zugeteilt, die der 327. Bomber-Staffel zugewiesen wurde, die am 8. Mai 1943 in der RAF Alconbury stationiert war.

YB-40 flogen insgesamt 14 Kampfeinsätze:

  1. 29. Mai 1943: Angriff die U-Boot-Bunker-Anlagen auf St. Nazaire. Kleinere Angriffe wurde auch auf die Marinebasis und U-Boot-Werften bei Rennes geflogen, sowie U-Boot-Werf bei La Pallice. Bei diesem Einsatz, sollten sieben YB-40 nach Saint-Nazaire fliegen. Sie waren jedoch nicht in der Lage mit den B-17 Schritt zu halten. Bei ihrer Rückkehr wurde festgestellt, dass eine Modifikation der Rumpf- und Heckstand sowie der Munitionsvorräte erforderlich war. Die YB-40 wurden an Technical Service Command im Abbots Ripton 2nd Strategic Air Depot übergeben, um dort die Änderungen vorzunehmen.
  2. 15. Juni 1943: Nach den Modifikationen flogen vier YB-40 Maschinen einen Einsatz nach Le Mans.
  3. 22. Juni 1943: Angriff auf I.G. Farben Industrie Chemische Werke (Synthetische Kautschukanlage) bei Hüls. Diese Anlage, welches einen großen Teil der deutschen Synthesekautschuk-Produktionskapazität ausmacht, wurde schwer beschädigt. Bei diesem Angriff wurden elf YB-40 Maschinen eingesetzt. Die YB-40 #42-5735 wurde zuerst durch Flak beschädigt und dann von Uffz. Bernhard Kunze in seiner Focke Wulf Fw 190 A-2 vom JG 1 über Pont, Deutschland abgeschossen. Die 10 Besatzungsmitglieder wurden gefangen genommen.
  4. 25. Juni 1943: Angriff auf Blohm & Voss in Oldenburg. Dies war das sekundäre Ziel, da das Primärziel in Hamburg von Wolken verdeckt war. Bei diesem Einsatz wurden sieben YB-40 eingesetzt, zwei von denen mussten den Einsatz vorzeitig abbrechen. Zwei deutsche Flugzeuge wurden als zerstört gemeldet.
  5. 26. Juni 1943: Geplanter, aber abgebrochener Einsatz auf das Luftwaffen-Depot bei Villacoublay, Frankreich (Primärziel) sowie auf den Flugplatz der Luftwaffe in Poissy, Frankreich. Die fünf YB-40, die diesem Einsatz zugeordnet waren, konnten sich nicht mit dem Bombengeschwader formieren und kehrten zur Basis zurück.
  6. 28. Juni 1943: Angriff auf die U-Boot-Einrichtungen in Saint-Nazaire. Bei diesem Angriff wurden sechs YB-40 eingesetzt und ein deutsches Flugzeug als zerstört gemeldet.
  7. 29. Juni 1943: Planmäßige Beteiligung am Angriff auf das Luftwaffen-Depot in Villacoublay, aber die Flugzeuge kehrten nach Alconbury zurück, da Wolken das Ziel verdeckten. Bei diesem Angriff wurden zwei YB-40 Maschinen eingesetzt. Eine Maschine brach den Einsatz vorzeitig ab.
  8. 04. Juli 1943: Angriff auf Flugzeugfabriken in Nantes und Le Mans, Frankreich. Bei diesen Angriffen wurden zwei YB-40 Maschinen nach Nantes und eine nach Le Mans geschickt.
  9. 10. Juli 1043: Angriff auf den Flugplatz Caen/Carpiquet. Bei dieser Mission wurden fünf YB-40 eingesetzt.
  10. 14. Juli 1943: Angriff auf das Luftwaffen-Depot in Villacoublay. An diesem Tag kamen fünf YB-40 zum Einsatz.
  11. 17. Juli 1943: Beim Einsatz nach Hannover wurden YB-40 Maschinen wegen schlechten Wetters zurück beordert. Zwei YB-40 sind gestartetet.
  12. 24. Juli 1943: Beim Einsatz nach Bergen, Norwegen wurden YB-40 wegen einer Wolkendecke zurück beordert. Ein YB-40 wurde bei diesem Einsatz zugewiesen.
  13. 28. Juli 1943: Angriff auf das Fieseler Flugzeugfabrik in Kassel. Zwei YB-40 Maschinen wurden eingesetzt.
  14. 29. Juli 1943: Angriff auf die U-Boot-Werk in Kiel. Bei diesem Einsatz wurden zwei YB-40 eingesetzt.

Zusammenfassung

Die Maschinen starteten zu insgesamt 59 Einsätzen. Von denen 48 abgeschlossen wurden. Fünf deutsche Flugzeug wurde abgeschossen und zwei warscheinliche Abschüsse wurden gemeldet. Ein YB-40 wurde am 22. Juni 1943 beim Einsatz nach Hülst abgeschossen. Die Taktiv wurde bei den letzten 5 Missionen geändert, in dem ein Paar von YB-40 Maschinen vorne bei der Führungsgruppe eingesetzt, um den Einsatzkommandanten zu schützen.

Insgesamt war das Projekt nur ein Teilerfolg. Während die YB-40 nicht mit den Standard B-17Fs mithalten konnte, insbesondere nachdem sie ihre Bomben abgeworfen hatten, boten sie den US-Bombern vor der weit verbreiteten Einführung der P-51 Mustang einen dringend benötigten Schutz. Auch das Design führte direkt zur Ausstattung des Bendix-Kinnturms auf den letzten 86 von Douglas gebauten Flugzeugen ab B-17F-75-DL Produktionsblock und war Teil der standardisierten Umrüstung, die bei der finalen Produktionsversion der B-17, der B-17G, sichtbar waren:

  • Kinnturm
  • Versetzte Rumpfschützen-Positionen
  • Verbesserter Heckschützen-Stand mit größere Fenster. Auch bekannt als „Cheyenne“. Nach Cheyenne Umrüstungszentrum benannt.

Nach Beendigung des Projektes kehrten die meisten der überlebenden Flugzeuge im November 1943 in die USA zurück und wurden als Trainer eingesetzt. 42-5736 („Tampa Tornado“) wurde am 2. Oktober 1943 zur RAF Kimbolton geflogen, wo sie ausgestellt und später als Sammeltransport genutzt wurde. Es wurde am 28. März 1944 an die Vereinigten Staaten zurückgegeben. Alle Flugzeuge wurden in die Wiederaufbereitung geschickt, vor allem bei RFC Ontario im Mai 1945, wo sie zerbrochen und geschmolzen wurden. Ein paar der YB-40 Maschinen sind im Film The Best Years of Our Lives von 1946 zu sehen, in der berühmten Szene, die auf dem Friedhof von Ontario gedreht wurde. Auf dem zivilen Markt wurden keine Flugzeugzellen verkauft.

Text basiert auf Wikipedia-Eintrag:
https://en.wikipedia.org/wiki/Boeing_YB-40_Flying_Fortress

Als YB-40 umgerüstete B-17

S/NSchicksalEinheit

                                          Als TB-40 umgerüstete B-17

                                          S/NSchicksalEinheit

                                                            Leave a comment



                                                            ** = Deine Email bleibt geheim / Your email will not published.