Bundesarchiv, Bild 101I-662-6659-37 / Hebenstreit / CC-BY-SA 3.0 [CC BY-SA 3.0 de (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en)], via Wikimedia Commons

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„Die 109 war nicht schlecht im Sturzflug, aber die Thunderbolts waren um einiges besser. Im Steigflug, wenn Sie sie mit der Mustang oder Spitfire vergleichen, hing das von der Höhe ab, bei der der Steigflug begonnen wurde. In einer Höhe zwischen 5000 und 10.000 Metern glaube ich, dass die 109 besser war als alle anderen Typen. Die Version der 109, die ich als Kommandant einer Höhenschutzseinheit für unsere Fw 190er flog, war sehr gut bei 8000 bis 10.000 Meter, da sie einen speziellen Motor für große Flughöhen hatte, aber sie war sehr schlecht bei niedrigen Höhen. Natürlich hatte sie einen speziellen Tank für die Einspritzung, so dass der Wendekreis bei niedrigen Höhen nicht so gut wie der einer normalen 109 war. Also griffen wir normalerweise keine Mustangs oder Thunderbolts in niedriger Höhe an, weil uns das schlecht bekommen wäre.“
Luftwaffengeneral Walter Krupinski

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Als das gefürchtetste Jagdflugzeug der Welt zu Beginn des zweiten Weltkrieges, wurde die Bf 109 bei Kriegseintritt der USA durch die Focke-Wulf 190 und spätere Versionen der RAF-Spifire überholt. Die geplanten Nachfolger, die Me 209 und Me 309 wurden durch Entwicklungsprobleme geplagt und als Ergebnis davon wurde die Bf 109 zu einem Zeitpunkt weiter produziert, als sie eigentlich schon außer Dienst gestellt hätte werden müssen.

Spätere Modelle wurden mit größeren, stärkeren Motoren ausgerüstet, die die Geschwindigkeit verbesserten. Jedoch wurde das Plus an Geschwindigkeit mit einem Minus an Manövrierfähigkeit erkauft, da das zusätzliche Gewicht die Wendigkeit reduzierten und die Maschine schwieriger zu fliegen war, insbesondere bei Starts und Landungen.

Die Bf 109G wurde in größerer Stückzahl als alle anderen 109er gebaut und war die erste, die mit dem stärkeren Daimler Benz DB 605A-Motor ausgerüstet wurde und später mit einem Turbolader, um bessere Ergebnisse in großen Flughöhen zu erreichen. Eine dieser Versionen, die Bf 109G-6 konnte diverse „Rüstsätze“ tragen, was bedeutete, dass sie verschiedene Ersatztanks, Bombenhalterungen und Bewaffnungen tragen konnte, um sich verschiedenen taktischen Situationen anzupassen.

Die Bf 109G-6 konnte ebenso mit dem MW 50 Methanol-Wasser Einspritzsystem ausgestattet werden. Dieses System brachte die Leistung für einige Minuten 4 Prozent über Normal und wurde durch einen Schalter im Cockpit aktiviert, um das Methanol-Wasser-Gemisch aus einem Tank hinter dem Pilotensitz über Schläuche in den Turbolader einzuspritzen. Nachdem dies geschehen war, musste der Pilot mindestens fünf Minuten warten, bis zur nächsten Einspritzung. Obwohl das MW 50 System der Maschine einen großen Geschwindigkeitsschub gab, verbrauchte es doch rapide Treibstoff und verkleinerte somit die Reichweite.

Eine weitere Neuheit war die MK 108-Kanone (30 mm), die durch die Propellerachse schoss, aber Verknappungen bei dieser furchtbaren Waffe bedeuteten, das die G-6 Modelle normalerweise mit der MG 151 Kanone (20 mm) ausgerüstet waren. Die Extrawaffe verhalf der Bf 109 dazu, zu einer tödlichen Bedrohung für die Bomber zu werden, aber das Mehr an Gewicht behinderte die Bf 109 während der Kämpfe mit den alliierten Mustangs und Thunderbolts.

Die Messerschmitt Bf 109 mit 35000 Stück war der meistgebaute Flugzeugtyp der Geschichte.

Technische Daten Bf 109G-6

Typ:
Jagdeinsitzer

Triebwerk:
ein 12 Zylinder Reihenmotor (A-Form) Daimler Benz DB 605AM mit GM-1-Einspritzanlage und einer Startleistung von 1800 PS

Leistung:
Höchstgeschwindigkeit 621 km/h in 7000 m Höhe; Dienstgipfelhöhe 11.750 m; Reichweite bis zu 998 km mit externen Treibstofftanks

Gewicht:
Rüstmasse 2637 kg; max. Startmasse 3150 kg

Abmessungen:
Spannweite 9,92 m; Länge 9,02 m; Höhe 3,40 m; Tragflügelfläche 16,05 m²

Bewaffnung:
zwei 13 mm Maschinengewehre und drei 20 mm Kanonen