Geschichte der
B-17 #42-106988

Delivered Cheyenne 18/1/44; MacDill 24/1/44; Morrison 6/2/44; Assigned 816BS/483BG Sterparone 9/3/44; transferred 347BS/99BG Tortorella 31/3/44; Missing in Action {11m} Wiener Neustedt 10/5/44 with Bill Waltermire, Co-pilot: Morris Kirdich, Navigator: Irving Baum, Bombardier: Alfred Marshall, Flight engineer/top turret gunner: Chas Forrest, Radio Operator: Frank Juergens, Waist gunner: Francis Koltz,Tail gunner: John Humphries, (8 Prisoner of War), Ball turret gunner: Furman King, Waist gunner: Boleslaw Klocek (2 Killed in Action); enemy aircraft, #4 knocked out, then two more enemy aircraft, crashed Allhau; 9-10 chutes seen; Missing Air Crew Report 4729.

Details 42-106988

10. Mai 1944: Abschuss eines viermotorigen Bombers über Riedlingsdorf

Von Roland Pfeiffer, Leopold Banny und Heinz Bundschuh

Am 10.5.1944 greifen die Amerikaner wieder Ziele im Großraum Wien und Wiener Neustadt an. Flak und deutsche Jagdflieger schießen an diesem Tag mehr als 20 Angreifer ab. Einer dieser Bomber, eine Maschine vom Typ B-17 Flying Fortress, wird von deutschen Jägern angegriffen und so schwer beschädigt, dass er an der Grenze zu Buchschachen um 11.15 Uhr abstürzt. Die Riedlingsdorfer Bewohner beobachten von Boden aus den Todeskampf des amerikanischen Flugzeuges. Sie sehen wie sich dunkle Punkte von der Maschine lösen und wenig später an Fallschirmen zu Boden schweben. Wie sich später herausstellt, können bis auf zwei Mann alle anderen Besatzungsmitglieder aus dem brennenden Flugzeug aussteigen. Sofort werden auf dem Boden Suchmannschaften eingeteilt, deren Aufgabe es ist, die abgesprungenen amerikanischen Soldaten gefangen zu nehmen.

Walter Zapfel, damals gerade 12 Jahre alt, gehört dem Suchtrupp an, der das Besatzungsmitglied suchen muss, das im Ried Zeming am Hotter zu Unterschützen abgesprungen ist. Sie finden auf einem Acker Schleifspuren vom Fallschirm und graben diesen wenig später aus der Erde, wo ihn der Amerikaner notdürftig versteckt hat. Auf ihrer weiteren Suche gelangen sie bis in ein Waldstück in Unterschützen, wo sie ein Bauernehepaar antreffen. Die Frage, ob sie den Amerikaner gesehen hätte, verneinen sie zwar, doch ist ihnen ihre Angst anzumerken. Schließlich trauen sie sich doch dem Suchtrupp das nahe Versteck des Amerikaners zu verraten. Der Amerikaner wird festgenommen und die Männer des Suchtrupps können sich mit ihm auf Englisch verständlich machen. Er führt sie an die Stelle im Wald, wo er in der Nähe des Absprungortes seine Pistole in einer Bodenvertiefung vergraben hat.

Wilhelm Berk aus Riedlingsdorf, damals 10 Jahre alt, kann sich noch erinnern, wie ein anderer Suchtrupp einen Amerikaner festgenommen hat, der im Wald in der Nähe des Neudörfels niedergegangen ist. Dieser Platz ist etwa drei Kilometer von jenem entfernt, wo der erste Amerikaner, den der Suchtrupp von Walter Zapfel festgenommen hat, gelandet ist. Wilhelm Berk ist noch gut in Erinnerung, dass der amerikanische Soldat am ganzen Leib vor Angst gezittert hat.

Walter Zapfel kann sich noch erinnern, dass der Rumpf des Flugzeuges einige Zeit in der Nähe des Soldatengrabes bei Buchschachen gelegen ist. Etwa einen Kilometer westlich des Soldatengrabes sind noch heute Wrackteile eines amerikanischen Flugzeuges zu finden. Bei diesen Teilen handelt es sich, wie Roland Pfeiffer aus Markt Allhau herausgefunden hat, mit Sicherheit um Teile einer B-17 Flying Fortress.

Roland Pfeiffer und dem bekannten Buchautor Leopold Banny aus Lackenbach ist es auch zu verdanken, dass nun alle Details über diesen Flugzeugabsturz bekannt sind. Herr Banny stellte eine Abschrift des MACR (Missing Air Crew Report) zur Verfügung, die als Grundlage für die nachfolgenden Aussagen dient: Das abgeschossene Flugzeug ist eine B-17G mit der Seriennummer 42-106988 und gehört zur 348. Staffel der 99.Bombergruppe. Die Maschine ist am 10. Mai 1944 von ihrem Heimatflughafen Tortorella (Italien) aus zu einem Angriff auf Wiener Neustadt gestartet. Auf Position 47 Grad und 6 Minuten Nord und 16 Grad und Null Minuten explodiert es noch in der Luft als es von mehreren deutschen Jagdflugzeugen angegriffen wird.

Seriennummer: 42-106988 Motortype: R-1820-97 mit den Seriennummer SW 008249 (Motor a), SW 008639 (b), SW 008571 (c) und SW 008332 (d) Installierte Waffen: Browning .50 cal. mit Seriennummern 773846(Waffe a), 773879(b), 1074420(c), 1073680(d), 1074968(e), 1074592 (f), 1074288(g), 1074626(h), 1074951(i), 1074175(j), 1074864(k), 1074999(l) und 1074784(m)

Pilot1Lt. William E. Waltenmiregefangen in Riedlingsdorf am 10.5. um 11.30 Uhr
Co-Pilot2Lt. Morris M. Kirpichgefangen in Aschau am 10.5. um 14.00 Uhr
Navigator2Lt. Irving Baum Jr.gefangen Oberschützen am 10.5. um 11.30 Uhr
BombenschützeAlfred W. Marshall Jr.gefangen in Markt Allhau am 10.5.
IngenieurSgt. Charles F. Forrestgefangen in Riedlingsdorf am 10.5. um 11.35 Uhr
2. IngenieurSgt. Francis W. Foltzgefangen (Details nicht bekannt)
FunkerSgt. Frank Juergensgefangen in Buchschachen am 11.5. abends)
2. FunkerSgt. Furman Kinggefallen, begraben auf dem Friedhof Buchschachen am 12.5.
BordschützeSgt. Boleslaw J. Klocekgefallen, begraben auf dem Friedhof Buchschachen am 12.5.
HeckschützeSgt. John W. Humphriesgefangen (Details nicht bekannt)

Hier noch zwei Originalberichte von amerikanischen Piloten, die den Absturz ihrer Kameraden beobachen und diese nach beendeter Mission zu Protokoll geben:

„Ich flog am 10. Mai 1944 als Heck-Bordschütze in Flugzeug Nr. 615, das von Oberstleutnant Barnett pilotiert wurde, den Einsatz auf Wiener Neustadt. Flugzeug Nr. 988 flog an unserem linken Flügel. Ungefähr fünf Minuten bevor wir unser Ziel erreichten, begann Motor Nummer 2 von Maschine 988 zu federn und die Maschine scherte aus der Formation aus. Sie erreichten nicht das Bombenziel und waren auf ungefähr 1.700 Meter unter uns, als wir vom Ziel zurückkamen. Ich sah zwei Jagdflugzeuge angreifen und ihren linken Flügel in Flammen gehüllt. Ich sah drei Fallschirme sich öffnen und das Flugzeug in den Sturzflug gehen und es etwa 300 Meter über dem Boden explodieren.“
Robert W. Franklin, Sergeant, US Air Force

„Ich war Heckschütze auf 061 bei der Mission vom 10. Mai 1944. Maschine 988 flog am linken Flügel von Oberst Barnett, fiel aus der Formation einige Minuten nach dem I.Punkt, wie es aussah weil Motor Nummer 3 sich im Fahrtwind mitdrehte. Sie fielen an das Ende der Bomberformation und verloren zuerst an Höhe. Als das Flakfeuer wirklich sehr schwer wurde, scherten sie aus und flogen nordwärts des Zieles. Nachdem wir die Bomben abgeworfen hatten und vom Ziel abdrehten, waren sie westlich des Zieles mit Flugrichtung Süden. Ein Fallschirm öffnete sich, dann griffen drei Jagdflugzeuge an und weitere zwei Fallschirme öffneten sich. Dann wurde das Flugzeug von zwei weiteren Jägern attackiert und Motor 2 begann zu brennen. Maschine 988 schwenkte so als ob es in einen Sturzflug gehen würde und explodierte. Zum Zeitpunkt der Explosion öffnete sich ein weiterer Fallschirm, macht vier (Fallschirme), die ich sah. Sie hatten schätzungsweise 30 oder 36 Minuten das Flugzeug zu räumen von dem Zeitpunkt an als sie ausscherten aus der Formation und abstürzten.“
Richard O.Westphal, Sergeant, US Air Force

Copyright by Roland Pfeiffer, Leopold Banny und Heinz Bundschuh

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