Geschichte der B-17 #44-8225 / Hard to Get

Delivered Dallas 16/7/44; Langley 12/8/44; Dow Fd 12/9/44; Assigned 570BS/390BG [DI-L] Framlingham 29/9/44; Missing in Action Neumunster 7/4/45 with Bill Kotta, Harvey Ainsworth, Carleton Gillmore, Jim Bowler, Chas Turner, Howard Johnson, Don Detwiler, Jim Whitling, Tom Walsh (9 Prisoner of War); shot down by Me262 jet enemy aircraft, crashed Celle, Ger. Missing Air Crew Report 13891. HARD TO GET.

Details 44-8225 / Hard to Get

Brunkensen, am Samstag den 7. April 1945
Mittags gegen 12.30 Uhr ist ein Brummen eines Flugzeuges zu hören. Es war kurzfristig zu sehen als es aus süd-östlicher Richtung kam und in die nächste Wolke flog, die Maschine war zu diesem Zeitpunkt ca. 5000 m hoch, die Maschine verschwand in der Wolke. Nach kurzer Zeit heulten die Motoren noch einmal auf, es zerbricht in der Luft und stürzt auf den kleinen idyllischen Ort Brunkensen, so berichtete mir der Augenzeuge Herbert Paust seine Beobachtung.

Nachdem das Flugzeug abgestürzt war, eilten einige Bewohner des Ortes zur Absturzstelle. Die Trümmer der Maschine lagen im englischen Garten, des weiteren zerschlug die linke Tragfläche das Dach der Scheune vom Landwirt Paland .Da leichter Nord-Ost-Wind an dem Tag herschte stürzten viele Teile auf den gesamten Ort. Das leichtere Inventar des Flugzeugs wehte durch den Wind in Richtung Steinberg am anderen Ende des Ortes, darunter mehrere Schlauchboote und andere div. Teile aus dem Flugzeug. Unter anderem fand Herr Paust auf der Wiese einen Flieger-Overall, darin befand sich eine helle Brieftasche mit dem der Ausweis von Howard L. Johnson und 10$. (Mehr dazu später).

Als ich meinen Fund begutachtete rief der Vater von Herr Paust aus dem Haus ca. 300 m entfernt „Komm sofort nach Haus, die Amerikaner stehen hinten auf der Strasse“ dabei handelte es sich um eine leichte Vorausabteilung. Die Amerikaner müssen den Absturz beobachtet haben, denn Sie standen zu dem Zeitpunkt an der Lippoldshöhle bei einer ausgelagerten Ölraffenerie der Deurag aus Hannover Misburg, die 1943 wegen der Bombenangriffe ausgelagert wurde und nach Fertigstellung Benzin herstellte.

Was war geschehen:

Am Morgen des 7. April 1945 startete in Framlingham (UK) Station 153,die 4 motorige B-17 Hard to Get mit der Serien Nr. 48225 der U.S. 8th Air Force, 390th Bomb Group, 570th Bomb Squadron aus den USA mit Ihrer Crew 75 und dem Piloten William Kotta zu ihrer 291. Mission, den Angriff auf Neumünster. Des weiteren befanden sich 1304 Bomber B-17 und B-24 in Begleitung von 792 Mustang- sowie 58 Thunderboltjäger von Stützpunkten in Südengland, die der 8 USAAF angehörten, zu einen ihrer letzten Einsätze dieser Größenordnung auf Deutschland. In den 1896 Maschinen befanden sich 14000 Mann an fliegendem Personal.

Es ging über die Nordsee in Richtung Deutschland, wo das Steinhuder Meer angesteuert wurde. Die Maschinen teilten sich hier und flogen ihre Einsätze in Richtung Sachau, Stendal, Gardelegen, Dömitz, Parchim, Güstrow und Neumünster. Im Bereich des Steinhuder Meeres geriet die Hard to Get in einer Höhe von 26000 ft unter Beschuss eines deutschen Jagdfliegers, einer ME 262, und traf diese an der rechten Flügelseite. Der Pilot der B-17 entschied sich, die gesamte Mannschaft die unverletzt war, abspringen zu lassen. Im Bereich Bergen wurde diese gefangen genommen und in das Stadtgefängnis in Bergen transportiert. Von da aus ging es weiter nach Lübeck wo die Gefangenen am 2. Mai 1945 von der 8.Britischen Panzer Armee-Einheit, die Lübeck besetzte, befreit wurden.

Das Flugzeug ist nach dem Beschuss und dem Absprung der Besatzung führerlos weitergeflogen. Nachdem der Tank leer oder die rechte Tragfläche abgefallen war (diese wurde in Brunkensen nicht gefunden), stürzte die Hard to Get ab und traf Brunkensen.In den amerikanischen Archiven wurde lange Zeit als Absturz-Ort Celle vermutet, dieses konnte jetzt aber geändert werden.

Nach unserer Recherche müsste das Flugzeug aus Richtung Holland kommend im Raum Verden Visselhövede von der ME 262 angegriffen worden sein und im rechten Flügel einen Treffer abbekommen hat, worauf im Flügel ein Brand ausbrach, stieg die 9 köpfige Besatzung ca. 12.30Uhr (bei allen größeren Angriffen wird eine X-Zeit meißt eine Stunde früher festgelegt) mit den Fallschirmen aus und kam in Bergen in das damalige Stadtgefängnis.

Da die Maschine auf Autopilot gestellt war flog diese noch ca.1 Std. ohne Besatzung weiter und vermutlich gut getrimmt durch Flugblätter an Bord, die in Höhe Neumünster abgeworfen werden sollten, durch den beschädigten Flügel einen großen Vollkreis wieder in Richtung Norden, Sie stürzte nach unserer Zeit um 12.30 Uhr durch leere Tanks (Treibstoffmangel) in Brunkensen ab.

Wie wurde das Flugzeug gefunden?

Nachdem das Flugzeug in Brunkensen abgestürzt war, hatte Herbert Paust, wie bereits erwähnt, den Flieger-Overall gefunden, in dem der Ausweis von Howard L. Johnson steckte. Da die Amerikaner aus Richtung Lippoldshöhle kamen versteckte Herr Paust den Overall mit samt Ausweis unter einer Brücke. Als Herr Paust Tage später den Overall holen wollte, war dieser nicht mehr auffindbar. 58 Jahre lang merkte Herr Paust sich den Namen Howard L. Johnson. Die zerbrochenen Wrackteile des Flugzeugs lagen mehrere Monate in der Feldmarkt eh der Rest abtransportiert wurde und in der Gießerei Brucks eingeschmolzen wurde.

Ich habe von dem Absturz des Bombers erfahren, nachdem ich die Heimatstube in Brunkensen besuchte. Dort liegen Handzettel, die sich im Bombenschacht im Flugzeug befanden, sowie ein Abdeckblech vom Motor der B-17. Ich befragte ältere Bewohner aus Brunkensen, ob jemand etwas über den Absturz erzählen kann. Nachdem ich mich mit Herrn Paust unterhielt, teilte dieser mir sein Wissen mit und nannte mir den Namen Howard L. Johnson. Dann begann ich, das Internet nach entsprechenden Seiten und Foren zu durchsuchen. Ich lernte einige Leute kennen, die mir die entsprechenden Tipps gaben. Nach und nach stieß ich auf Seiten, die es mir ermöglichten Datenbanken in den USA abzufragen. Unter anderem eine Seite der 390th BG. Ich gab auch hier in der Datenbank den Namen von Howard L. Johnson ein und wurde fündig. Es stellte sich heraus, das dieser Mr. Johnson am 7. April 1945 in einer B-17 mit dem Namen Hard to Get, welche gegen Mittag angeschossen wurde, abgestürzt ist.

Es musste sich somit wohl um die Brunkensener B-17 handeln.

Die Datenbank gab mir weitere Daten, die mir unter anderem die Flugzeug-Nummer, die Mannschaft Nummer, alle geflogenen Einsätze, den Namen des Piloten sowie der Besatzung der Hard to Get verrieten. Nun machte ich mich weiter auf die Suche nach heute noch lebenden Personen der Hard to Get, die am Absturztag an Bord der Maschine waren und stieß auf Mr. Bowler aus Springfield. über eine Bekannte in Boulder, USA, bekam ich Kontakt mit Mr. Bowler. Der inzwischen 84-jährige war sehr überrascht, denn die Crew der B-17 hatte nicht mehr damit gerechnet, jemals wieder etwas über das Flugzeug zu hören.

Mr. Bowler konnte mir alles, was ich über die B-17 herausgefunden hatte, bestätigen.

Mehr über die Hard to Get unter: http://www.hard-to-get.org

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