Stars & Stripes 1943

„Um 10.07 Uhr konnte ich bei Woensdrecht schwach und unklar die erste Flak erkennen. Ein paar Minuten später tauchten zwei Fw 190 in ein Uhr auf und schossen in einem Frontalangriff durch die Formation vor uns hindurch und tauchten dann hinter uns in einer halben Rolle weg. Bei ihrem Manöver hatten sie zwei B-17 an den Tragflächen erwischt. Fast gleichzeitig stieg eine Rauchfahne bei den beiden B-17 auf, aber sie blieben in Position. Als die Abfangjäger nahe an uns vorbeikamen, nahmen wir sie unter Beschuss. Der beißende Geruch verbrannten Pulvers füllte das Cockpit und der Rückstoß der Maschinengewehre im Bug und unten am Rumpf ließ die B-17 erheben. Ich sah, wie aus der Tragfläche des einen Jägers Stücke heraus brachen, bevor ich sie aus den Augen verlor.

Drei Minuten später meldeten die Schützen, dass Abfangjäger aus allen Richtungen hochstiegen, einzeln und zu zweit, Fw 190 und Me 109. Jedes Geschütz in der B-17 unseres Geschwaders feuerte – der Himmel war von Leuchtspurgeschossen durchzogen. Beide Seiten erlitten in diesem Gefecht Verluste: Zwei Fortresses unserer unteren Staffel und eine aus dem vor uns fliegenden Geschwader fielen brennend aus der Formation heraus, während die Besatzung absprang. Etliche Abfangjäger stürzten in Flammen ab und ihre Piloten segelten dahinter mit schmutzig- gelben Fallschirmen langsam zu Boden. Ich bemerkte außerhalb unserer Reichweite zu unserer Rechten eine Me 110. Sie verfolgte uns den ganzen Weg bis zu unserem Ziel, offenbar, um unsere Position gegnerischen Staffeln, die schon auf uns warteten, zu melden.

Als zwölf Me 109 mit ihren gelben Nasen in einer weiten Kehrwende zwischen zwölf und zwei Uhr zu zweit und zu viert auf uns zukamen, war die Schlacht auch schon im Gange.

Ein silbrig glänzendes Objekt segelte über unserer Tragfläche. Eine Tür vom Hauptausstieg, stellte ich fest. Sekunden später kam ein dunkles Objekt durch die Formation gewirbelt, knapp an den Propellern vorbei. Es war ein Mann mit an den Kopf gezogenen Knien, der wie ein Turmspringer in einem dreifachen Salto herumwirbelte, bevor sich sein Fallschirm öffnete.

Einen B-17 zog langsam nach rechts aus der Formation heraus, blieb aber auf gleicher Höhe. Im Bruchteil einer Sekunde verwandelte sie sich in einen leuchtenden Feuerball, von dem nur vier kleinere Feuerkugeln – Treibstofftanks – übrig blieben, die sofort verbrannten, als sie auf den Boden fielen.

Ich sah, wie eine B-17 langsam nach rechts abdrehte – ihr Cockpit war ein einziges Flammenmeer. Der Copilot hangelte sich aus dem Fenster, hielt sich mit einer Hand fest, langte noch mal hinein, um seinen Fallschirm zu holen, schnallte ihn an, ließ sich fallen – und prallte gegen das Höhenleitwerk. Ich hoffte, dass er den Aufprall überleben würde.

Zehn Minuten, zwanzig Minuten, dreißig Minuten verstrichen und die Abgriffe gingen unvermindert weiter. Die Abfangjäger standen geradezu Schlange, um uns fertig zu machen. Jede Sekunde brachte uns ein Geschoss aus einer Bordkanone.

Das ständige Feuer aus unseren 12,7 mm MG’s beutelte unsere B-17 heftig und die Luft im Flugzeug war rauchgeschwängert. Es war kalt im Cockpit, aber als ich zum Piloten blickte, sah ich, wie der Schweiß von seiner Stirn auf die Sauerstoffmaske tropfte. Er überließ mir für eine Weile das Steuer. Es war eine wirkliche Erleichterung, sich darauf zu konzentrieren, auf Position zu bleiben, anstatt die unaufhörlichen Angriffe der deutschen Abfangjäger mitzuverfolgen. Auf diese Weise war man wenigstens abgelenkt. Dann ließ auf einmal der Schütze im Waffenturm auf dem Dach keine halben Meter über meinen Kopf eine Salve los, dass ich das Gefühl hatte, eine Granate explodierte im Cockpit. Ich muss etwa zwanzig Zentimeter von meinem Sitz hoch – gehüpft sein!

Eine B-17 der vorderen Gruppe, deren rechten Tokyo – Treibstoffbehälter brannten, fiel etwa 200 m über unserer rechten Tragfläche zurück und blieb in dieser Position, während sieben Besatzungsmitglieder ab – sprangen. Vier ließen sich aus dem Bombenschacht mit verzögerten Absprung fallen, einer stieg vom Bug aus, öffnete aber seinen Fallschirm zu früh und verfehlte das Leitwerk nur um Haaresbreite. Einer ließ sich aus der linken mittleren MG-Luke fallen und öffnete seinen Fallschirm erst, als er einen sicheren Abstand gewonnen hatte. Der Heckschütze ließ sich aus seiner Luke fallen, zog aber offensichtlich an der Leine, noch bevor er weit genug vom Flugzeug weg war. Sein Fallschirm öffnete sich sofort, kam gerade noch am Leitwerk vorbei und versetzte ihm einen so starken Ruck, dass er beide Schuhe verlor. Er hing bewegungslos im Gurt, während die anderen sich gleich nach dem öffnen ihrer Fallschirme im Gurt bewegten und somit Lebenszeichen von sich gaben. Die B-17 fiel dann in eine flache Spirale – ich konnte die Piloten nicht herauskommen sehen. Ich sah nur noch, wie mehrere tausend Fuß unter uns ihre rechte Tragfläche in einem gelben Flammenmeer versank, bevor ich sie aus den Augen verlor.

Nachdem wir eine gute Stunde lang ständig unter Beschuss gewesen waren, schien es ziemlich sicher, dass unser Geschwader keine überlebenschance hatte. Sieben von uns waren bereits abgeschossen worden und noch immer stiegen weitere Abfangjäger auf. Es war erst 11.20 Uhr und zum Ziel fehlten noch 35 Minuten. Wahrscheinlich glaubte keiner im Geschwader daran, dass wir viel weiter kämen, ohne völlig aufgerieben zu werden. Die Feuerkraft unseres Geschwaders war bereits um ein Drittel reduziert und die Munition ging langsam zur Neige. Unsere Heckgeschütze mussten mit Munition von anderen Gefechtsständen versorgt werden. Den Schützen stand die Erschöpfung ins Gesicht geschrieben.

Eine B-17 fiel aus der Formation heraus und fuhr das Fahrgestell aus, während die Besatzung absprang. Drei Me 109 umkreisten sie aus der Nähe, hielten aber weiterhin unter Beschuss – offenbar um sicherzustellen, dass niemand die Maschine nach Hause fliegen konnte. Kurz vor dem Ziel, um 11.50 Uhr, eineinhalb Stunden nach dem ersten von mindestens zweihundert Abfangjägerangriffen, ließ der Druck etwas nach, obwohl die Feinde immer noch in der Nähe waren. Wir drehten um 11.54 Uhr mit den 14 übrig gebliebenen B-17 unseres Verbandes, von denen zwei schwer lädiert waren, auf das Ziel zu. Nachdem die beiden beschädigten Maschinen ihre Bomben geworfen hatten, lösten sie sich aus der Formation und nahmen Kurs auf die Schweiz.

Die Witterungsbedingungen über dem Ziel waren, wie auf dem gesamten Flug, ideal. Es gab kaum Flakstellungen. Das Geschwader klinkte die Bomben zeitgleich aus. Als wir abdrehten und Kurs auf die Alpen nahmen, sah ich die rechteckige Rauchfahne, die vom Ziel aufstieg und verspürte eine Art grimmige Befriedigung.

Der Rest des Fluges war im Gegensatz zum Anflug harmlos. Einige wenige Abfangjäger kamen uns auf dem Weg zu den Alpen in die Quere. Aus einem Ort am Brenner stieg eine einsame nutzlose Salve auf. Wir kreisten solange über dem Gardasee, bis uns die beschädigten Maschinen eingeholt hatten und machten uns dann auf dem Weg zum Mittelmeer. Die Aussicht, vor der nordafrikanischen Küste wegen Treibstoffmangel wassern zu müssen, erschien uns nach dem Alptraum über Süddeutschland geradezu als harmlos.

Um 8.15 Uhr – die roten Lampen der Treibstoffanzeige leuchteten bereits – kreisten die sieben übrig gebliebenen B-17 unserer Formation über einem nordafrikanischen Flughafen und landeten. Unsere Besatzung war unversehrt. Der einzige Schaden am Flugzeug: ein paar Luftlöcher am Heck von der Flak und eine 20 mm Geschossen. Wir schliefen unter der Tragfläche auf dem harten Boden, aber die Erde fühlte sich an wie ein Seidenkisten.“

„Ich lehnte mich an den Sitz des Copiloten und beobachtete unsere Formation. Es waren jetzt viel weniger Maschinen als beim Start und die meisten trugen Beschuss-Spuren von deutschen Jägern oder von der Flak. Einige Maschine hinkten auf drei Motoren. Manche Bomber hatten Tote an Bord und Verwundete, die ihre Schmerzen mit Morphiumspritzen und Tabletten zu linder suchten. Alle Besatzungen waren durch den neunstündigen Flug in großer Höhe zermürbt. Wir bemühten uns, die zersprengten Formationen wieder zu schließen.

Das überfliegen der holländische Küste war psychologischer Wendepunkt und die Besatzungen, deren Maschinen heil geblieben sind, konnten sich ein wenig entspannen. Einige holten ihre Thermosflaschen mit Kaffee hervor und packten ihre Sandwiches aus oder rauchten die verbotene Zigarette. Nur von den Bordschützen wurde erwartet, dass sie weiterhin wachsam blieben.

Die Navigationshilfsgeräte waren jetzt nicht mehr gestört und zum ersten Mal nach Hunderten von Kilometern konnte man die Position zuverlässig feststellen. Das Identifikationssignal wurde angeschaltet, damit die RAF-Jäger und Radarstationen den herannahenden Verband als eigene erkennen konnten.

Einige Maschinen hatten durch Schüsse in die Tanks Treibstoff verloren. „Eine B-17 sackt ab“, rief unser Schütze. Wir sahen einen Bomber auf das Meer niedergehen. Wenige Minuten später ging ein zweiter Bomber runter und kurz danach ein dritter. Die restlichen Maschinen unserer erschöpften und zerschlagenen Gruppe flogen weiter, alles übergewicht über Bord werfend. Sobald wir die britische Küste überquerten, bot sich uns das übliche Bild: Diejenigen Bomber, die sich kaum noch in der Luft halten konnten, brachen wie auf Kommando aus der Formation und Steuerten einer nach dem anderen auf dem eine Meile landeinwärts liegenden Flugplatz zu. Der Kontrolloffizier im Tower war bestimmt am Rande der Verzweiflung. Er feuerte wie wild Leuchtkugeln in allen möglichen Farben ab. Er hätte sich jedoch dieses Feuerwerk sparen können, da die heimkehrenden Besatzungen nur einen Gedanken hatten, so schnell wie möglich die Erden zu erreichen. Der so gelichtete Verband fliegt weiter zum eigenen Stützpunkt. Unter den Staffeln gab es immer einen Wettstreit, welche Besatzung nach der Rückkehr von einem Angriff zuerst landen würde. Die Gewinner waren gewöhnlich die erfahrenen „alten Füchse“. Einige gerissene Piloten meldeten sich beim Kontrollturm zurück, noch weit von dem Flugplatz entfernt, um auf diese Weise einen besseren Platz in der Warteschlange zu ergattern.

Die Busse warten schon, um uns in die Unterkünfte zu bringen. Nachdem wir Fallschirme, Fliegerkombinationen und Ausrüstungen abgegeben hatten, schleppten wir uns todmüde zum „Verhör“. Die Begrüßungszigarette in der Hand und heißen Tee mit Rum, so gab jede Besatzung einem Nachrichtenoffizier ihren Einsatzbericht. Ich schaute auf den verstört wirkenden Piloten neben mir. Es war der sonst stets übermütige C., jetzt fast restlos erledigt. „Jemanden verloren?“ fragte ich. – „Ich habe draußen einen toten Funker“, antwortete er, „und sie schossen mir meinen Bombenschützen und meinen Bordmechaniker zusammen. Mein Copilot machte schlapp, er ist wirklich urlaubsreif.“

Stars ans Stripes, August 1943

Frau Michel-Kron

Mein Erlebnis, das ich nie vergessen werde.

Ab Mitte des Jahres 1943 ging der Krieg bei uns in der Heimat in eine besonders schwere Phase, die sich bis Kriegsende noch steigerte. Denn ab diesem Zeitpunkt griffen amerikanische Bomberverbände nun auch in Tageseinsätzen vor allem die Städte an. Den ersten Tagangriff auf Schweinfurt erlebte ich so. Mit unserem Pferdefuhrwerk war meine Schwester und ich am 17. August 1943 bei der Feldarbeit nahe der Straße nach Mörstadt wo jetzt die Autobahn durchführt. Plötzlich sahen wir, dass starke Bomberverbände im Anflug waren. In mehreren Wellen näherten sie sich. Die Luft dröhnte und zitterte und große Angst befiel uns.

Jagdflieger griffen die fliegenden Festungen an. Die Bordwaffen ratterten als sich auch schon ein Flugzeug aus dem Verband löste. Erschrocken rannten wir zu unserem Fuhrwerk. Nur erst faustgroß standen die Fallschirme am Himmel, gleich darauf explodierte die Maschine in der Luft. Uns war nicht klar ob die Bomben schnell noch ausgelöst, also geschärft wurden und uns in Stücke reißen würden. Wir waren Mitte drin, es gab kein Entrinnen. Was da herabstürzte waren vier laut heulende Motoren, Flugzeugrumpf, Tragflächen, Bomben nicht geschärft, Bordwaffen, öltank u.s.w., zusammen einige Waggon Material. In unmittelbarer Nähe von uns sauste ein Gegenstand auf die Erde und zerschellte und wie sich später herausstellte war es ein Pilot, dessen Fallschirm sich nicht geöffnet hatte. Das verängstigte Pferd mussten wir auf dem Heimweg wieder beruhigen, als da gerade einige hundert Meter weiter ein Fallschirm langsam zur Erde schwebte. Wir hielten an, der Pilot war verletzt.

Ein anderer Kamerad der in der Nähe niedergegangen war eilte zur Hilfe und löste ihn aus den Fallschirmstricken. Die linke Hand hing nur noch an einem Hautfetzen am Arm. Bald kamen einige Leute aus Abenheim unter anderem der gerade in Urlaub gekommene Jakob Müller. Nach kurzer Begrüßung und wohl auch des Verstehens bat der verletzte Pilot den Herrn Müller, er möge ihm die am Handgelenk baumelnde Hand abschneiden. Da Herr Müller nichts zum Schneiden bei sich hatte, reichte er ihm sein eigenes Messer zum abtrennen. Man verständigte sich ihn auf unserem Pferdefuhrwerk zum Arzt ins Dorf zu bringen. Die Pferdedecke wurde auf den Wagen ausgebreitet und der Verletzte nahm darauf Platz. Hinter dem Wagen schritt sein Kamerad. So fuhren wir dem Dorfe zu. Da kam angsterfüllt uns unsere Mutter entgegen und der leidvolle Anblick des verletzten machte sie stumm. Nach einiger Zeit musste auch sie ihre beiden Söhne opfern. Vor der Arztpraxis hatte sich eine größere Gruppe von Menschen angesammelt. Der verwundete Pilot wollte sich bei uns bedanken, da ihm die Worte fehlten, fuhr er mir mit seiner Hand über Arm und Schulter. Doch da stand plötzlich der deutsche Jagdflieger vor ihnen, der sie im Luftkampf bezwungen hatte und drückte ihnen sich in Respekt und Hochachtung verneigend die Hand. Alle umstehenden waren von dieser ritterlichen Geste sehr beeindruckt.

Frau Michel-Kron

Anmerkung: Der verletzte Pilot, es handelte sich um S/Sgt. Shadick, Eugene Personal Nr. 363206768 -Handverlust. Das Besatzungsmitglied dessen Fallschirm sich nicht geöffnet hatte und am Boden zerschellte: Das war der Pilot 1ST LT Koeppen, Howard O. Personal Nr.0-664406

Quelle: Edwin Hess, The Report „Code Char“ Band 3 -Spurensuche/1994-

Liebe Zuschauer der Freitagspalette.

Es ist jetzt fast fünfzig Jahre her da durfte ich als junger Mensch am 17.08.1943 miterleben, wie ein Bomber bei Abenheim abgeschossen wurde. Wenn Ich diesen Tag kurz erzählen darf, zunächst kam ich am kurzen Vormittag von Worms aus der Schule zurück und ich hörte, dass in Dittelsheim-Heßloch ein Bomber abgeschossen wurde, wie man später hörte bei einem Angriff auf Regensburg.

Natürlich als junger Mann will man so eine Sache sehen, ich hab mich also dann auf ein Fahrrad geschwungen und bin in Richtung Dittelsheim gefahren . In der Zwischenzeit aber, war schon Nachmittag der nächste Angriff, die nächste Welle kam und man hörte später, es war ein Angriff auf Schweinfurt gewesen. Bei diesen Bomberverbänden die in ca. 7000 – 8000 Meter Höhe geflogen sind war natürlich ein Begleitschutz mit dabei, es war aber auch zu merken, dass deutsche Jäger diese Bomberverbände in Angriff nahmen. Wir schauten uns verängstigt eigentlich dieses ganze am Himmel an und stellten auf einmal fest, dass an einem der Flugzeuge man eine Rauchwolke sehen konnte, und dass dieses Flugzeug etwas langsamer versuchte dann aus dem Pulk herauszukommen, wurde dann sofort von deutschen Jägern angegriffen und man hörte immer wieder, vorher konnte man sehen, dass da geschossen worden ist. Man hatte die Lichtblitze gesehen, der Schall kam später zurück.

Man war überrascht über das Getöse was da am Himmel vor sich ging. Dann auf einmal hörte man einen lauten Knall und sah auch, dass dieser Bomber auseinander brach. Sofort konnte man die Piloten mit ihren Fallschirmen am Himmel sehen und wir die Buben aus Abenheim die also auf dem Weg nach Westhofen waren, sind dann sofort zurück, weil wir sagten so wie mir die Sache sehen fällt dieser Bomber in Abenheim zur Erde. Bevor wir natürlich in Abenheim ankamen, haben wir noch ein weiteres Erlebnis gehabt, wir kamen gerade durch die Weinberge bei Westhofen auf dem Weg zurück nach Abenheim. Da sahen wir, dass eine Me 109 dort notlandete. Es war einer dieser Jäger die mitbeteiligt waren beim Angriff auf diese Bomberformation. Wir konnten auch mit dem Pilot seinerseits reden. Wir sagten ihm, dass dieser Bomber bei Abenheim runter gekommen sei. Er ist auch dann nach Abenheim gefahren. Als ich selbst nach Abenheim zurück kam, war natürlich die Zeit schon soweit vergangen, dass diese Soldaten diese Bomberpiloten schon gelandet waren.

Ich konnte sie sehen als man sie zum Abenheimer Arzt brachte . Wie sie dort also behandelt worden sind. Es waren acht wie ich zählen konnte, später hörte ich, dass zwei tot waren. Natürlich als junger Mann versucht man dann möglichst viel davon zu erfahren, wie sieht so ein Flugzeug von innen aus. Ich hab also selbst mich hinbegeben und hab versucht an Ort und Stelle etwas zu ergattern. Was war natürlich das eine. Man versucht etwas Munition zu bekommen von dem Flugzeug, hat natürlich auch gesehen wie schwer es war, eigentlich so eine große Maschine dann am Himmel zu halten. Gott sei Dank, war in Abenheim nichts passiert, es gab keine Schäden. Etwas außerhalb gingen diese Teile des Flugzeuges herunter. Die abgesprungenen Soldaten wurden dann wahrscheinlich in ein Lager gebracht und wurden hier nach dem sie versorgt waren, in Kriegsgefangenschaft genommen.

Natürlich die Zeit im Krieg war für die Bevölkerung eine schwere Zeit. Die Meinung den Menschen gegenüber war nicht so wie man heute es vielleicht erwartet, es gab Gedanken, dass es Feinde seien, es gab aber auch Menschen die diese Soldaten als Mensch gesehen haben.

Diese Ereignisse an diesem 17. August 1943 hab ich eigentlich nie vergessen. Es ist eine Sache die ein junger Mensch erlebt und die er in seinem Innern behält, wenn er selbst mit Krieg und Tod schon nah zusammen war.

Liebe Zuschauer der Freitagspalette. Dieser 17. August 1943, ein Tag des Großangriff auf Schweinfurt aus Abenheimer Sicht miterlebt.

1993, knapp fünfzig Jahre nach dem ein amerikanischer Bomber, B-17 in Heßloch in der Gemarkung abgestürzt ist. Am Vormittag des 17. August 1943 wurden Bomberverbände gesehen die in den Raum Nürnberg/Regensburg flogen und die von deutschen Abwehrjäger bekämpft wurden. Ich war damals in der Schule und konnte sehen, dass ein Flugzeug abgeschossen wurde, das mehrfach über Heßloch kreiste und dann in der Gemarkung abstürzte. Die Fallschirme die am Himmel waren, waren alle Personen die im Flugzeug sich befanden. Das Flugzeug war gelandet mit allen Bomben, die im nachhinein explodierten.

Nach einem Gespräch mit Herrn Hess aus Abenheim war 1988 eine Ausgrabung an der Stelle des Absturzes wo noch eine Mulde zu sehen war, die durch die Flurbereinigung entfernt wurde, der eigentliche Trichter und Herr Hess hat veranlasst, dass nachgesehen wurde. Es wurde noch eine – 5 Zentner Bombe gefunden-. Der Körper dieser Bombe, der Mantel befindet sich dort in Abenheim. Er ist also sicher gestellt worden.

Beim Absprung, die Amerikaner die abgesprungen waren sind im Rathaus der Gemeinde versammelt worden. Dort waren allerdings nur sieben Stück vorhanden, die anderen müssen in andere Orte abgesprungen sein. Es gab also keine Tote und die Bevölkerung war eigentlich noch den Amerikanern gegenüber aufgeschlossen, angetan.

Quelle: Edwin Hess, The Report „Code Char“ Band 3 -Spurensuche/1994-

Schweinfurt-Einsatz

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